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Suchtprävention in der Sekundarschule

Wenn Alkohol zur Sucht

Beverungen (brv) - Neuartige Gefühle, ein sich verändernder Körper, die erste Liebe, die ersten Enttäuschungen, Partys mit Freunden, kurz gesagt, die Pubertät. Schnell kommt man in dem Alter unter Freunden oder Fremden mit Alkohol oder Drogen in Kontakt.

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Die Klasse 7c beim Lösen des Alkoholquiz.

© Foto: Sekundarschule Beverungen

Wie soll ein junger Mensch mit seiner turbulenten Gefühlswelt und seinen vielen Unsicherheiten für sich entscheiden, ob ein übermäßiger Konsum für den eigenen Körper oder sein soziales Umfeld schädliche Folgen haben könnte? Genau aus diesem Grund ist es für die Jugendlichen besonders wichtig frühzeitig über Süchte im speziellen durch Drogen und Alkohol informiert und aufgeklärt zu werden.
Der gesamte 7. Jahrgang der Sekundarschule Beverungen hat in diesem Zusammenhang einen Suchtpräventionstag unter der Leitung von Katrin Rutkowski und der jeweiligen Klassenlehrerin durchlaufen. Die Schülerinnen und Schüler haben verschiedene Süchte kennengelernt, einen typischen Suchtverlauf und die darin liegenden Schwierigkeiten für die betroffene Person, als auch die Angehörigen und Freunde besprochen.
Den Schülerinnen und Schülern wurde dabei klar, dass es nicht den einen Suchtverlauf gibt, sondern dass jeder Mensch unter anderen Umständen in eine Sucht abrutschen und den Konsum seines Suchtmittels nicht mehr kontrollieren kann. Der Alkoholkonsum stand dabei als lebensnahes Beispiel besonders im Fokus. So wurden die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Körper erarbeitet und diskutiert. Das dabei vor allem die Leber den Hauptanteil des Abbaus des giftig wirkenden Alkohols im Blut vornimmt, um unsere Zellen vor dem Absterben zu bewahren, war vielen der Jugendlichen nicht bewusst. Auch, dass die durchschnittliche Abbauzeit von Alkohol im Körper bei Männern (ca. 0,1 Promille pro Stunde) und bei Frauen (ca. 0,08 Promille pro Stunde) beträgt und es dort auch keine kleinen Geheimmittel zur Beschleunigung des Abbaus gibt, führte zu erstaunten Blicken.
Bei jungen Menschen dauert der Abbau sogar länger als bei Erwachsenen, da die Leber weniger leistungsfähig ist. Die Einschätzung von Nüchternheit des Konsumierenden ist ein wichtiger Punkt, der in machen Fällen im Straßenverkehr zu einer lebensbedrohlichen Gefahr für sich selbst und andere werden kann. Dazu zählt neben dem Wissen über den Abbau von Alkohol im Blut auch die Wahrnehmung des eigenen Zustandes nach dem Konsum.
Um den Schülerinnen und Schüler einen Eindruck von verschiedenen Alltagssituationen unter Alkoholeinfluss zu demonstrieren, durften sie unter Einsatz von Promillebrillen einen Parcours durchlaufen. Darunter mussten sie Aufgaben, wie dem Aufheben von Münzgeld vor sich (0,8 Promille) und dem Türaufschließen bei Nacht (1,3 Promille), sowie dem Begrüßen eines Gegenübers (1,3 Promille) und dem Laufen um Hindernisse (0,8 Promille), bewältigen. Auch wenn der Parcours bei den Jugendlichen zu viel Erheiterung und Spaß während des Durchlaufens geführt hat, hat dieser seine abschreckende Wirkung auf keinen Fall verfehlt. Die Mädchen und Jungen waren sich am Ende des Tages schnell darüber einig, dass die Einnahme von Drogen oder Alkohol schnell zu einer Gefahr ihrer Gesundheit werden kann, deren Folgen sie in Form von schwer einschätzbarer Nüchternheit, Nachwirkungen im Körper oder letztendlich in der Manifestierung einer Sucht nur im geringen Maße selbst beeinflussen oder gar kontrollieren können. 

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