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Eine jüdische Familiengeschichte, die in Beverungen beginnt

Pionierzeit in El Paso

Beverungen (brbs) – Ernst Kohlberg, dessen abenteuerliches Leben auch im „Handbuch von Texas“ ausführlich beschrieben wird, verließ am 15. August 1875 seine Heimat Beverungen und wanderte nach Texas aus. Er schickte Briefe in die Heimat, die der aus Beverungen-Herstelle stammende Autor Hermann Multhaupt ins Deutsche zurückübersetzte und in Romanform goss.

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Ernst Kohlberg stammte aus Beverungen. 

© Foto: privat

Kohlbergs Leben in der Neuen Welt begann mit Schulden für die Überfahrt. Schließlich wurde Ernst Kohlberg durch Tabakanbau reich, er war Mitbegründer der Eisenbahn- und Elektrizitätsgesellschaft von El Paso und Direktor zweier Banken und Hotels. Seine Frau Olga gründete den ersten Kindergarten in Texas. 1997 wurde eine Elementarschule nach ihr benannt.
Multhaupts Buch beschreibt die jüdische Familiengesichte und heißt „Pionierzeit in El Paso“. Dazu gehört auch die Lebensgeschichte der aus Herstelle stammenden Eltern und Geschwister, die wegen besserer Geschäftsbedingungen nach Beverungen umsiedelten. Einer aus der Sippe, ebenfalls Ernst Kohlberg mit Namen, erschoss sich 1939 nach der Zwangsarisierung seiner Holzwarenfabrik, seine Familie endete im KZ. Die letzte Nachfahrin der Familie Kohlberg aus Herstelle starb 1942 und wurde von Nachbarn heimlich – die Räder des Wagens waren mit Lumpen umwickelt, um keine Geräusche zu machen – auf dem jüdischen Friedhof Herstelle bestattet. Das Buch ist im Helios-Verlag, Aachen, erschienen, hat 165 Seiten und kostet 19,90 Euro.

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