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Apfelwickler-Made befällt Früchte

Fallobst absammeln!

Von Barbara Siebrecht
Stadtgebiet Beverungen – Die Obstbäume wurden in diesem Jahr von Spätfrost verschon und haben große Mengen Früchte entwickelt. Ein Teil des reichen Erntesegens fällt kurz vor der Reife vorzeitig ab, denn die Früchte sind vom Apfelwickler befallen.

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Mit einem Pferdeäpfelsammler lässt sich Fallobst bequemer einlesen.

© Foto: Siebrecht

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein unauffälliger, grauer Falter, bis 10 mm lang mit welligen Querlinien auf den Flügeloberseiten. Ab Mitte Mai (über 10 Grad Celsius) fliegen die ersten Falter und legen Eier auf Blätter und Früchte ab. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, befallen Äpfel, Birnen, Quitten Aprikosen oder Pfirsiche. Erkennbar ist der Befall mit der Made an trockenen braunen Kotkrümeln um das Einbohrloch in der Nähe des Stils oder an der Blüte. Nach drei bis vier Wochen verlassen die Raupen den Apfel über ein zweites Bohrloch und kriechen zum Stamm, um dort sich unter der Rinde in einem weißen Gespinst zu verpuppen informiert das Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) über den Falter.
Befallene Früchte sollten so früh wie möglich entfernt werden, um einen weiteren Befall einzudämmen. Zwei oder mehr Generationen pro Jahr entwickelt der Apfelwickler. Frühestens ab Anfang August beginnt die 2. Eiablage mit 100 Eiern pro Weibchen. Man sollte wurmstichige Früchte und abgefallene Äpfel einsammeln, über die Biotonne entsorgen, oder die Larve töten und kompostieren. Die Falläpfel können im reifen Zustand unbedenklich in der Küche verwendet werden. Einfach die braunen Stellen mit dem Kerngehäuse und die im ausgewachsenen Zustand rosa Made mit schwarzem Kopf abschneiden. Mit einem Pferdeäpfelsammler aus dem Tierbedarf lässt sich das Fallobst relativ bequem und schnell einsammeln.
Die Apfelwickler-Larve überwintert als Puppe in Hohlräumen unter der Rinde an der Stammbasis oder in der Bodenstreu in einem Kokon. Auf ihrem Weg zum Winterquartier kann man die Larve mit einem Wellpappenring, dem man mit Draht um den Stamm legt, abfangen. Der Wellpappenring von mind. 10 cm Breite sollte ab Ende Juni bis Ende September an Stamm und befestigt und etwa wöchentlich kontrolliert werden. Man sollte dann die Pappe verbrennen oder die Maden töten.
Natürliche Feinde wie die Ohrwürmer fressen Eier, Vögel (Meisen und Spechte) suchen die Rinde nach den Raupen (Puppen) ab. Ein Anstrich mit weißer Kalkfarbe aus dem Fachhandel erleichtert den Vögeln die Suche auf der sonst dunklen Rinde und schützt darüber hinaus die Rinde vor Frostrissen im Winter.

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