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Helmut Benz lädt in seinen Künstlergarten ein

Ein Garten für Kinder und Erwachsene

Von Peter Vössing
Wehrden – Am Fuße des Wildbergs, nicht weit entfernt von der Ortschaft Wehrden, hat man einen solch ungewöhnlichen Garten wie ihn der pensionierte Lehrer Helmut Benz dort angelegt hat, nicht erwartet. Der Garten ist gespickt mit Skulpturen und Keramiktafeln.

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Helmut Benz lädt in seinen Künstlergarten ein. 

© Foto: Vössing

Helmut Benz hat hier seine Geschichte, seine Gedanken und geschichtliche Ereignisse in Form von Keramiktafeln und Skulpturen zusammengefasst. Mit viel Phantasie und Kreativität hat sich der 80-Jährige ein Refugium geschaffen, in das er sich gerne zurückzieht, aber auch andere Menschen einlädt. „Es ist ein Garten für Erwachsene und Kinder geworden. Viele Skulpturen lassen sich bewegen und auch für die Kleinsten gibt es viele Möglichkeiten zum Spielen“, erklärt Helmut Benz.
Rechts und links der Wege ist eine geradezu unübersichtliche Fülle an Kunstwerken, eigenwillig und fremdartig, zu finden. Aber Helmut Benz hat für alle Skulpturen eine Erklärung parat. Die kann man auch bekommen, wenn der Künstler nicht vor Ort ist. In einem umfunktionierten Briefkasten steht ein Ordner, in dem 50 Kunstwerke erläutert sind. Nummern weisen den Weg. Ausführliche Texte geben die Gedanken zu den Kunstwerken wieder. Allerdings wird man nicht alles an einem Tag erkunden können. Man wird also wiederkommen müssen. Der Brunnen mit dem plätschernden Wasser, da hinten der Sandkasten mit dem Bagger und der Bank für die gestressten Mütter, vorher noch das ,,Ritzel mit den olympischen Ringen"... Schier unendlich sind die Kunstwerke, die im Garten von Helmut Benz verteilt zu finden sind.
Aber auch für Ruhe suchende Wanderer oder hungrige Gäste ist Platz im Garten auf der Bank oder in der Grillecke. Rastende werden mit einem grandiosen Ausblick auf das Wesertal mit dem Schloss Fürstenberg belohnt.
„Der Garten wurde auf dem Grundstück der Familie Benz errichtet, weil man im Dorf selbst von niemandem die Erlaubnis bekam, einen solchen Kunstgarten im Ort oder an der Weser zu gestalten“, erläutert Helmut Benz sein Projekt, das er vor 12 Jahren begonnen und in das er soviel Zeit und Geld gesteckt hat. „Die gesamte Konzeption entwickelte sich während der Arbeit. Meine Frau und ich und unsere Freunde Viktor und Peter Nachtigal haben über Jahre hinweg hier gearbeitet, jeder nach seinen Fähigkeiten. Die meisten verwendeten Materialien hat Viktor aus den verschiedensten Müllkippen herbeigeschafft. Vieles musste hinzugekauft werden: Metalle, Hölzer, Steine…“, erzählt Benz.
Der ehemalige Hauptschullehrer und Autor zahlreicher Bücher sowie Gestalter zahlreicher Kunstwerke wird oft gefragt, warum er so viel Geld (insgesamt hat er ca. 25.000 Euro investiert) für den Garten ausgegeben habe, der doch eigentlich keinen Nutzen abwirft und weiterhin nur viel Arbeit verursacht. Die Antwort von Benz ist denkbar einfach: „Meine Freunde und ich haben sehr viel Freude daran gehabt, ungewöhnliche Ideen zu entwickeln und diese in Kunstwerke umzusetzen. Alles war und ist ein Spiel. Im weitesten Sinne möchten wir Anregungen zum Nachdenken liefern, Gespräche führen, Wirklichkeit in Zeichen umsetzen und Zeichen für die Wirklichkeit entwickeln und weitergeben. Jede der ausgeführten Arbeiten lässt sich in eine oder mehrere ,,Maximen" einordnen. Wir wissen, dass der Garten nicht für die Ewigkeit gebaut ist. Eines Tages wird er in den Kreislauf zurückkehren, aus dem er hervorgegangen ist.“
Wie gesagt, Besucher sind immer herzlich willkommen im Künstlergarten von Helmut Benz am Wildberg bei Wehrden in der Nähe des Schießstandes.

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