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Leserbrief

Beteiligung zum Atommülllager nie wirklich vorgesehen!

Würgassen (ozm) - Die Beteiligung der Bürger zum Atommülllager in Würgassen und ein ehrliches Auswahlverfahren waren nie wirklich vorgesehen! Das Stadtgespräch am 05.11.2020 bei WDR 5 macht dies auf unmissverständliche Weise deutlich.
Glaubte man bisher in der Bürgerschaft, dass nach einem Standort gesucht wird, der die gewählten Kriterien am besten erfüllt, so muss man jetzt feststellen, dass dies ein verheerender Trugschluss war. Die Politik, in der Person des Staatssekretärs im Bundesumweltministerium, stellte knallhart fest, dass man nicht den besten Standort suche, sondern irgendeinen Standort der schnell verfügbar ist und die von der Entsorgungskommission und der BGZ aufgestellten Anforderungen gerade so erfüllt. Es ist für mich unerträglich, dass der Anspruch und die Hoffnung der Bürgerinnen und Bürger auf eine Bestenauswahl von Herrn Flasbarth so mit Füßen getreten wurde.
Es bleibt darüber hinaus festzuhalten, dass Kriterien, wie z.B. eine zweigleisige Bahntrasse, durch Gutachten des Öko-Institutes schon jetzt mit dem Hinweis aufgeweicht werden, dass ja vielleicht mit einer ausgefeilten Logistik auch eine eingleisige Trasse ausreiche. Bemerkenswert ist, dass selbiges Institut auf der Internetseite der Entsorgungskommission als Mitglied geführt wird. Vertrauen in Politik zum Wohl des Bürgers schafft dies nicht.
Deutlich wurde im Stadtgespräch auch, dass ein Ziel neben der Konditionierung für Schacht Konrad sei, die bestehenden dezentralen Zwischenlager zeitnah aufzulösen und den Atommüll nach Würgassen zu verbringen und dort zunächst ggfls. auch erst einmal zwischen zu lagern. Damit erhalten die Planungen eine völlig neue Dimension. Alle bisherigen Vermutungen in diese Richtung werden nun eine realistische Aussicht. Im Klartext bedeutet dies für mich, Würgassen soll gebaut werden, auch wenn im Schacht Konrad niemals eingelagert werden könnte. Welch ein Vertrauensbruch der Politik.
Der Leserbrief kann nicht beendet werden, ohne den Zynismus und die Arroganz deutlich zu machen, die sich aus dem Hinweis des Herrn Staatssekretär Flasbarth ergibt, als dieser den Ängsten der Bürger um die Werte ihrer Immobilien und Einbrüchen im Tourismus erwiderte, dass man in der Region doch selbst verantwortlich dafür sei, wenn sich die Region medial gegen die Pläne für einen „Atomabort der Bundesrepublik“ zur Wehr setze. Schlimmer geht es kaum.

gez. Volker Bertram
Höxter

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