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Berufsorientierung der Sekundarschule

Besuch des Schulbauernhofes

Beverungen (brv) - „Warum fahren die anderen siebener Klassen an die Nordsee, liegen am Strand und wir fahren nur auf einen Schulbauernhof und müssen sogar noch für unser Essen arbeiten?“

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Bereit zum Ausmisten: Die Klasse 8a mit ihren Lehrerinnen Judith Gockeln (l.) und Dr. Helga Eßmann (2.v.r.).

© Foto: Sekundarschule

Mit diesen Fragen und einer Menge gemischter Gefühle stieg die Klasse 8a der Sekundarschule im Dreiländereck bereits vor den Sommerferien in den Bus. Ziel war für 5 Tage der Internationale Schulbauernhof in Hardegsen-Hevensen in der Nähe von Göttingen.
Zunächst einmal in Hardegsen angekommen musste die Klasse gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Dr. Eßmann und ihrer Begleitung Frau Gockeln die Zimmer im Jugendgästehaus beziehen. Anschließend fuhren alle mit einem eher abenteuerlichen Planwagen, der lediglich mit einfachen Holzbänken ausgestattet war, zum Schulbauernhof. Nach kurzer Stärkung wurde dieser dann mit all seinen Tieren, Mitarbeitern und Aufgaben sowie einem Kooperationsbetrieb erkundet, bevor abends in Gruppen die Tiere (Kühe, Rinder, Schweine, Hühner, Gänse) unter Anleitung von geschultem Bauernhofpersonal versorgt, das Abendessen eingenommen und mit dem Planwagen zurück zum Jugendgästehaus gefahren wurde.
Auch die Verarbeitung der eigens am Schulbauernhof produzierten Lebensmittel stand für eine Schülergruppe immer durch das Zubereiten des Frühstücks, des Mittagessens, der Vesper und des Abendessens auf dem Programm.
Abwechslung gab es zwischen den sogenannten „Stallzeiten“ täglich. Während einige Jugendliche auf dem Acker ihre eigenen Kräfte und ihr Durchhaltevermögen beim Befreien der Rüben von Unkraut ausloteten, mussten einige andere im Schulgarten arbeiten sowie dort Früchte und Gemüse ernten. Ebenso der Besuch eines nahegelegenen Milchvieh- sowie Schweinemastbetriebs und die Erstellung von Apfelsaft sowie Johannisbeergelee führte bei den Schülerinnen und Schülern dazu, dass die Fragen „Was essen wir überhaupt? Woher kommt unser Essen und wie wird es produziert?“ immer mehr geklärt wurden. Der nahhaltige Lebensmittelumgang wurde den Jugendlichen ganz selbstverständlich ein Stück deutlicher und erfahrbarer.
Der tägliche Programmpunkt, das Arbeiten auf dem Hof, ging immer mehr in eine Selbstverständlichkeit über und war zunehmend mit Spaß verbunden.
Eine Woche lang wurde jede Schülerin und jeder Schüler gebraucht und mit den jeweiligen Stärken und Schwächen ernst genommen sowie eingesetzt. Das Erfahren der eigenen Grenzen, die aufschlussreichen Gespräche, Treckerfahrten, Strohschlachten und vieles andere standen eine Woche lang im Mittelpunkt, sodass das Mobiltelefon, welches täglich nur für eine halbe Stunde den Jugendlichen zur Verfügung gestellt wurde, nur noch wenig Bedeutung erhielt.
Diese Klassenfahrt trug weiterhin einen wesentlichen Bestandteil zur Berufsorientierung, welche an der Sekundarschule im Dreiländereck seit einigen Jahren eine wichtige Rolle spielt, bei. So bekamen die Jugendlichen nicht nur in das Berufsbild des Landwirtes beziehungsweise der Landwirtin, sondern auch in die Kulturlandschaftspflege und in die Lebensmittelverarbeitung einen Einblick.

 

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